„Gehen wir noch auf ein Seidla?“ – Ein Satz, der früher in Stadtsteinach wohl täglich zu hören war. Die Wirtshäuser waren Treffpunkt für Jung und Alt, hier wurden Neuigkeiten ausgetauscht, Feste gefeiert, Stammtische gepflegt und Freundschaften geschlossen. Viele erinnern sich noch heute an gesellige Abende im Steinachtal, beim Hümmer Sepper, im legendären Simon's Gertla, beim Batscher, im Hümmer am Markt, im Ratskeller oder bei der Schott's Mali. Manche Gastwirtschaften sind längst verschwunden – die Erinnerungen an sie leben jedoch bis heute weiter.
Genau diese Erinnerungen möchte Siegfried Sesselmann wieder aufleben lassen. Am Freitag, 14. August, lädt er um 19 Uhr ins Schützenhaus Stadtsteinach zu seinem Vortrag „Gasthäuser – Wirtshäuser – Cafés – Lokale und das Brauwesen in Stadtsteinach“ ein.
Mit viel Leidenschaft hat Sesselmann Geschichten, historische Unterlagen und zahlreiche alte Fotografien zusammengetragen. Sein Vortrag nimmt die Besucher mit auf eine spannende Zeitreise durch die Stadtgeschichte – zurück in eine Zeit, als nahezu jede Straße ihre Gastwirtschaft hatte und das Wirtshaus weit mehr war als nur ein Ort zum Einkehren. Hier wurde gelacht, diskutiert, Karten gespielt, Musik gemacht und so manches Fest gefeiert, an das man sich noch Jahrzehnte später erinnert.
Doch nicht nur die Wirtshäuser selbst stehen im Mittelpunkt. Auch das einst bedeutende Stadtsteinacher Brauwesen wird beleuchtet. Wie viele Brauereien gab es? Wo wurde Bier gebraut? Und welche Bedeutung hatte das Brauen für die Entwicklung der Stadt? Auf all diese Fragen gibt der Referent spannende Antworten.
Ein besonderes Kapitel widmet sich außerdem einer eher ungewöhnlichen Verbindung: Welche Rolle spielte eigentlich der Bundesgrenzschutz für die Stadtsteinacher Gaststätten? Warum sorgten die Beamten damals für gut gefüllte Lokale und belebten das gesellschaftliche Leben? Auch hierzu gibt es interessante Geschichten und so manche Überraschung.
Der Vortrag richtet sich an alle, die Stadtsteinach lieben – an diejenigen, die sich noch selbst an diese Zeit erinnern, genauso wie an jüngere Besucher, die erfahren möchten, wie lebendig das gesellschaftliche Leben früher einmal war. Vielleicht erkennt der eine oder andere auf den historischen Bildern vertraute Gesichter oder entdeckt Orte wieder, die heute längst verschwunden sind.
Für das leibliche Wohl ist selbstverständlich gesorgt. So steht einem gemütlichen Abend voller Erinnerungen, Geschichten und Gespräche nichts im Wege.
Die Veranstalter freuen sich auf viele Besucher. Denn manchmal genügt schon ein altes Foto oder der Name eines Wirtshauses – und plötzlich heißt es wieder: „Weißt du noch damals…?“










