Badeordnung

Badeordnung für das Warmwasser-Freibad der Stadt Stadtsteinach

§ 1

Das Warmwasser-Freibad ist eine städtische und gemeinnützige Einrichtung und dient der körperlichen Ertüchtigung und Gesundheitspflege.

§ 2 Verbindlichkeit der Badeordnung

(1) Die Badeordnung dient der Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit im Bad.

(2) Die Badeordnung ist für alle Besucher verbindlich. Mit dem Lösen der Eintrittskarte unterwirft sich der Badegast den Bestimmungen dieser Badeordnung sowie allen sonstigen zur Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit erlassenen Anordnungen.

(3) Bei Vereinsveranstaltungen sind die Übungsleiter, beim Schwimmunterricht der Schulen die jeweiligen Lehrkräfte und bei geschlossenen Gruppen (Jugend-) die Aufsichtspersonen im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht für die Einhaltung der Badeordnung verantwortlich.

§ 3 Benutzungsberechtigung

(1) Die Benutzung des Bades und seiner Einrichtungen steht jedermann im Rahmen dieser Badeordnung gegen Entrichtung der festgelegten Entgelte frei.

(2) Von der Benutzung des Bades sind ausgeschlossen:

Kinder unter 6 Jahren ohne Begleitperson von über 16 Jahren, Blinde ohne Begleitpersonal,

Personen mit ansteckenden oder Ekel erregenden Krankheiten oder sonstigen abschreckenden Gebrechen,

Personen mit offenen Wunden, Hautausschlägen oder Anstoß erregenden Krankheiten,

Epileptiker, Geisteskranke und unter Alkoholeinfluss stehende Personen.

(3) Badegäste, die trotz Mahnung den Vorschriften dieser Badeordnung zuwiderhandeln, können vom Badepersonal aus dem Bad verwiesen werden.

(4) Die Benutzungsberechtigung schließt nicht die Befugnis ein, ohne besondere Genehmigung der Stadt Stadtsteinach innerhalb des Badegeländes Druckschriften zu verteilen oder zu vertreiben, Waren feilzubieten oder gewerbliche Leistungen anzubieten und auszuführen.

§ 4 Benutzungsentgelte

(1) Die Berechtigung zum Betreten des Bades wird durch das Lösen der Eintrittskarte erworben. Die Einzelkarte gilt nur am Tage der Ausgabe und berechtigt nur zum einmaligen Betreten des Freibades an diesem Tage. Die Zwölferkarte ist nur in der Saison gültig, in der sie gelöst worden ist.

Die Saisonkarte berechtigt auch zum mehrmaligen Betreten des Freibades an einem Tage; sie wird auf den Namen des Inhabers ausgestellt und ist nur zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis gültig. Die Übertragbarkeit ist ausgeschlossen.

(2) Die Eintrittskarte ist dem Badepersonal auf Verlangen vorzuzeigen.

(3) Gelöste Karten werden nicht zurückgenommen; die Kosten für verloren gegangene oder nicht ausgenutzte Karten werden nicht erstattet.

(4) Die Benutzungsentgelte werden vom Stadtrat festgesetzt.

§ 5 Betriebs- und Badezeiten

(1) Die Betriebszeit wird von der Stadt Stadtsteinach festgelegt und öffentlich bekannt gemacht. Die Stadt behält sich vor, den Betrieb des Bades aus zwingenden Gründen, insbesondere bei kalter Witterung, vorübergehend einzustellen oder die festgelegte Betriebszeit zu ändern.

(2) Das Bad ist von 8.00 bis 19.00 Uhr geöffnet; in den Monaten Juni, Juli und August von 8.00 bis 20.00 Uhr (Sommermonate).

(3) Kinder und Schüler unter 14 Jahren ohne Begleitung eines Erziehungsberechtigten müssen das Bad spätestens um 19.00 Uhr verlassen.

(4) Eine halbe Stunde vor Ende der Öffnungszeit werden keine Eintrittskarten mehr ausgegeben und Badegäste nicht mehr zugelassen. Bei Überfüllung kann das Badepersonal das Bad vorübergehend sperren.

§ 6 Ausgabe von Badesachen, Aufbewahrung von Geld- und Wertsachen

(1) Badesachen werden in beschränktem Umfange gegen besonderes Entgelt und eine Hinterlegungsgebühr zur Verfügung gestellt.

(2) Beschädigungen oder Verlust verpflichten zum Schadenersatz. Nach Benutzung sind die Badesachen der Ausgabestelle zurückzugeben.

(3) Geld, Uhren und sonstige Wertsachen werden nicht in Verwahrung genommen.

§ 7 Benutzung der Umkleidekabinen und Garderobenschränke

(1) Den Badegästen stehen für das Umkleiden Kabinen zur Verfügung. Die Kleidung wird in verschließbaren Garderobenschränken aufbewahrt. Es bleibt dem Benutzer überlassen, den Garderobenschrank mit einem eigenen, mitgebrachten Schloss oder einem an der Kasse erhältlichen Schloss, zu verschließen. Für das Leih-Schloss ist eine Hinterlegungsgebühr zu entrichten. Der Badegast hat den Schlüssel selbst zu verwahren. Die Kleidung darf nach Betriebsschluss nicht in den Garderobeschränken aufbewahrt bleiben. Eine Dauervermietung entfällt. Garderobenschränke, die nach Betriebsschluss noch verschlossen sind, werden vom Badepersonal zwangsweise geöffnet. Bei Beschädigung und Verlust des Schlosses hat der Badegast den vollen Wert des Schlosses zu ersetzen.

(2) Der Zutritt zu den Wechselkabinen und den Sammelumkleideräumen oder das Verweilen in diesen, außer zum Zwecke des An- und Auskleidens, ist nicht statthaft. Der Aufenthalt in den Wechselkabinen ist so kurz wie möglich zu halten. Bei starkem Andrang müssen Kinder (bis zu 14 Jahren) die Sammelumkleideräume benützen.

(3) Die gleichzeitige Benutzung eines Sammelumkleideraumes oder einer Wechselkabine von Personen verschiedenen Geschlechts ist verboten.

§ 8 Reinlichkeitsvorschriften

(1) Die Benutzung der Becken nach Gebrauch von Sonnenöl oder fettenden Hautpräparaten ist untersagt.

(2) Die Badegäste sind verpflichtet, sich vor dem Betreten der Badebecken abzubrausen. In den Becken ist jegliche Verwendung von Seife und sonstigen Reinigungsmitteln verboten. Badekleidung und Körperwäsche dürfen in den Becken weder ausgewaschen noch ausgewrungen werden; hierfür stehen die Duschen und Waschbecken bereit.

(3) Es wird dringend empfohlen, vor Benutzung der Brausen die Toiletten aufzusuchen. Jede Verunreinigung des Badewassers muss vermieden werden.

(4) Weibliche und männliche Badegäste mit einem längeren als sonst bei Männern üblichen Haarschnitt (Fassonschnitt) müssen in den Becken Bademützentragen. Badeschuhe dürfen in den Becken nicht benutzt werden.

(5) Abfälle sind in die Abfallkörbe zu werfen.

§ 9 Verhalten des Besuchers

(1) Jeder Besucher hat sich so zu verhalten, dass Anstand und Sitte, sowie Ruhe, Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung gewährleistet sind und andere Besucher nicht gestört oder belästigt werden.

(2) Insbesondere gilt Folgendes:

a) Lärmen, Singen, Pfeifen, Musizieren, Tanzen und Rennen auf den Wegen im gesamten Badegelände sind nicht gestattet. Bei Benutzung von Rundfunk- und Phonogeräten ist mit Nachdruck darauf zu achten, dass eine Belästigung der anderen Badegäste nicht erfolgt;

b) das Betreten der gärtnerischen Anlagen und deren Beschädigung sowie das Klettern auf Gebäude, Bäume und Zäune ist untersagt;

c) das Schwimmbecken darf nur von Schwimmern benutzt werden. Nichtschwimmer müssen das Becken für Nichtschwimmer benutzen. Für kleinere Kinder steht das Planschbecken zur Verfügung. Die Beckenumgänge des Schwimmerbeckens und des Sprungbeckens dürfen von Nichtschwimmern nicht betreten werden;

d) die Benutzung der Sprunganlage erfolgt auf eigene Gefahr. Sie darf nur von Springern benutzt werden. Solange gesprungen wird, darf im Sprungbereich nicht geschwommen werden. Das Unterschwimmen des Sprungbereichs ist streng verboten. Nicht freigegebene und gesperrte Sprunghöhen dürfen nicht benutzt werden. Einzelanordnungen des Badepersonals ist unverzüglich Folge zu leisten;

e) vom seitlichen Beckenrand aus in die Becken zu springen ist nicht gestattet;

f) für Sport und Spiel stehen entsprechende Einrichtungen und Anlagen zur Verfügung;

g) es ist verboten, andere ins Wasser zu stoßen oder unterzutauchen und an Einsteigleitern und Haltestangen herumzuturnen;

h) Die Badekleidung muss den allgemeinen Begriffen von Sitte und Anstand entsprechen; das Nacktbaden ist nicht gestattet. Schwimmflossen, Taucherbrillen, Taucheranzüge, Luftmatratzen u. a. dürfen nicht verwendet werden;

i) das Rauchen ist in sämtlichen Räumen und im Beckenbereich untersagt, sowie das Wegwerfen von Zigarren- oder Zigarettenstummeln innerhalb des gesamten Badegeländes;

j) das Werfen von Steinen, das Liegenlassen von Gläsern, Flaschen, Blechdosen, Papier u. ä. ist verboten;

k) Rettungsgeräte dürfen nur bei drohender Gefahr benützt werden;

(2) Alle Anlagen und Geräte sind pfleglich zu behandeln. Festgestellte Schäden sind dem Badepersonal zu melden.

(3) Den Anordnungen des Badepersonals ist in jedem Falle Folge zu leisten.

§ 10 Haftung

(1) Die Benutzung des Freibades und seiner Einrichtungen geschieht grundsätzlich auf eigene Gefahr. Die Stadt haftet für Personen- und Sachschaden, die auf Mängel der Badeanlage zurückzuführen sind, nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ihrer Organe sowie des Badepersonals. Für Personen- und Sachschäden, die Badegästen durch Dritte zugefügt werden, haftet die Stadt Stadtsteinach nicht.

Haftungsansprüche müssen unverzüglich dem Badepersonal angezeigt und bei der Stadt geltend gemacht werden.

(2) Eine Haftung der Stadt Stadtsteinach für eingebrachte Sachen ist ausgeschlossen. Das gilt insbesondere für die in den Garderobeschränken abgelegten Kleidungsstücke, Geld, Uhren, Wertsachen usw. Dies gilt auch für die auf den Parkplätzen abgestellten Fahrzeuge.

(3) Die Haftung für verlorene Gegenstände, die vom Badepersonal gefunden oder bei ihm abgegeben worden sind, richtet sich nach den gesetzlichen Vorschriften. Über Fundgegenstände wird nach den gesetzlichen Bestimmungen verfügt.

(4) Besucher und deren Aufsichtspflichtige haften der Stadt Stadtsteinach für jeden durch ihr Verschulden entstandenen Schaden.

§ 11 Sicherheits- und Rettungsmaßnahmen

(1) Zur Sicherheit der Badegäste sind Rettungsringe und Rettungsstangen vorhanden. In erster Linie ist durch das Aufsichtspersonal Hilfe zu leisten. Die Badegäste sind gehalten, nach bestem Können das Aufsichtspersonal bei der Hilfeleistung zu unterstützen.

(2) Unfälle und Verletzungen irgendwelcher Art müssen unverzüglich dem Schwimmmeister angezeigt werden.

(3) Zur Sicherheit der Badegäste ist bei Gewitter der Aufenthalt im Wasser oder auf und unter dem Sprungturm nicht gestattet.

§ 12 Aufsicht

(1) Das Aufsichtspersonal hat für die Aufrechterhaltung der Sicherheit, Ordnung, Sauberkeit und für die Einhaltung der Badeordnung zu sorgen.

(2) Der Schwimmmeister ist befugt, Personen, die

a) Sicherheit, Ruhe und Ordnung gefährden,

b) andere Badegäste belästigen,

c) trotz Ermahnung gegen die Bestimmungen der Badeordnung verstoßen,

aus dem Freibad zu verweisen.

Besucher, die schwer oder wiederholt gegen die Badeordnung verstoßen, können für bestimmte Zeiten oder für dauernd vom Besuch des Freibades ausgeschlossen werden.

Diese Badeordnung für das Warmwasser-Freibad der Stadt Stadtsteinach tritt am 25. Mai 1974 in Kraft.

Stadtsteinach, 1. Juni 1974
Stadt Stadtsteinach
Döll, 1. Bürgermeister